Denkanstöße 

Ein Kommentar von Dr. Reinhard K. Sprenger

Sein, Schein und Schwein

Lauscht man Managern beim Gespräch, so stellt man fest, dass diese oft mit gespielter Bescheidenheit die eigenen Erfolge herausstellen. Man deutet an, was man geleistet hat, und womit man seine Strategien umgesetzt hat. Alles geplant? Alles den eigenen Fähigkeiten zu danken? Spielte nicht auch Glück eine Rolle?

Jeder Erfolg ist angewiesen auf das Zufallsglück - mindestens aber auf das Ausbleiben des Pechs. Was wäre aus Bill Gates geworden, wenn ihm nicht vor vielen Jahren ein Flugbegleiter eine völlig unbekannte Software namens DOS angeboten hätte? Wie viele erfolgreiche Manager waren einfach nur zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Doch gibt das jemand zu?

Anders verhält es sich, wenn der Erfolg ausbleibt. Dann hat man Pech. In dieser Version wird der Zufall anerkannt. Wenn die Planung mal nicht aufgeht, ist man gerne Opfer dieses Zufalls. Schießen dagegen die Umsätze durch die Decke, ist man Täter. Selbstverständlich: Wer es auf einen Chefposten schafft, der hat viel Talent, Fleiss und Biss. Aber: Wie viele talentierte und fleißige Mitarbeiter gibt es, die es nicht geschafft haben?

Das Problem dabei ist: Da Erfolg für viele mach- und planbar scheint, betrachten sie jeden Misserfolg als persönliches Versagen. Ein Missverständnis: Fleiß und Talent sind planbar, Erfolg ist es nicht. Er ist weder vollkommen vorhersehbar, noch vollkommen zufällig. Was Sie als Führungskraft tun können: den Erfolg wollen, ihn erwarten, zugreifen, wenn die Gelegenheit günstig ist, die Bedingung seiner Möglichkeit wieder und wieder bereit stellen, zur Stelle sein, wenn das Glück wieder lächelt. Dann trifft Vorbereitung auf Gelegenheit. Dann kommt alles zusammen: Sein, Schein und Schwein.

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Impulse April 2012

 Denkanstöße von Reinhard K. Sprenger

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